Donnerstag, 22. Juni 2017

Brief an mein Mäuschen (9 Monate alt)

Meine liebe Mausi,

ich habe diesen Brief nun schon 3 Mal angefangen und doch wieder gelöscht. Du bist in diesem Monat so groß geworden. Kaum warst du 8 Monate, hast du auch schon angefangen zu krabbeln. Am 26.05 um genau zu sein. Und zum ersten Mal war ich sehr froh, dass du größer wirst. Du warst sehr unzufrieden in letzter Zeit. Rückwärts schieben brachte selten erfolg. Durch die Gegend gerollt bist du auch nicht, außer im Bett und gerobbt auch nur einmal. Es war, als ob nur krabbeln eine Option ist. Erst bist du auf deiner Decke geblieben. Vielleicht mal einen Fußbreit daneben, aber bloß nicht weiter. 1/2 Wochen später hast du zumindest den Wohnbereich erobert und nach und nach folgt der Rest der Wohnung. Aber alleine irgendwo hin krabbeln? Eher nicht. Du bleibst auch heute noch deiner Decke treu. Es wird immer deutlicher, dass du kein Draufgänger bist. Du überlegst erst, wägst die Risiken, die Gefahren ab, beobachtest und dann testet du aus. Selbst das "nein" und wegtragen von Steckdosen hast du sehr schnell verinnerlicht. Nur die Steckdose, die leuchtet, die hat es dir angetan, dass ich dich auch heute noch davon wegtragen muss. Aber hey, die LEUCHTET ja auch.

Was mir besonders viel bedeutet ist, dass du nun zeigst, wenn du auf den Arm genommen werden willst. Du sitzt dann hüpfend vor mir und wedelst mit den Armen. Ich versuche immer alles möglich zu machen, dich dann sofort hochzunehmen. Die Male, bei denen es nicht sofort klappt sind wirklich begrenzt. Mir ist das sehr wichtig, denn ich habe so lange drauf gewartet von dir Feedback zu bekommen. Meine Mausi, was soll ich sagen, es ist etwas passiert, was ich damals nie gedacht hätte. Ich war nie der Typ Frau, der nun unbedingt Mutter werden wollte. Ich habe es sogar eine ganz lange Zeit ausgeschlossen. Als wir uns aber entschlossen haben, ein Baby zu bekommen, passierte das aus ganzem Herzen. Du kannst dir immer sicher sein, dass du ein Wunschkind bist. Und auch wenn ich dir bei großem Gemaule mit der Babyklappe drohe, ich würde es nie machen, denn du bist mein Herz. Ich bin Mama. Ich bin vielleicht nicht die beste, aber ich versuche jeden Tag die beste für dich zu sein. Ich versuche dir jeden Tag zu zeigen, dass ich dich wahnsinnig liebe. Ich finde es immer sehr kitschig, wenn man sagt, man sei nun vollständig. Also ich war vorher auch schon vollständig. Aber ich werde ein leben lang froh sein, dass du mein Leben bereicherst. Also unser Leben. Du, mein kleiner Knödel, bist einfach mein ganzer Stolz. Ich bi stolz auf mich, weil ich dich geboren habe. Ich bin stolz auf dich, weil du so bist wie du bist und ich bin stolz auf unsere kleine Familie, weil es meine kleine Familie ist. Du hast uns zu einer Familie gemacht. Für immer!

Dass du angefangen hast zu klatschen ist das niedlichste, was ich erleben durfte. Du machst das, wenn du dich freust, aber auch wenn du aufgeregt bist. Ich muss so oft dran denken, wie wir zusammen auf dem Sofa gelegen sind. Du gerade frisch geschlüpft, ich noch ein wenig angeschlagen. So lagen wir da und haben gekuschelt. Jetzt, gerade mal 8 Monate danach, entdeckst du schon die Welt für dich. Kuscheln war lange Zeit überhaupt kein Thema. Du warst viel zu neugierig. Aber jetzt kommst du ab und zu an und brauchst eine Pause. Legst deinen Kopf auf mein Bein oder meine Schulter und ruhst dich aus. Meist schaffe ich es gerade mal bis 2 zu zählen und schwups, willst du wieder los. Aber hey, du kuschelst. Vielleicht kommt das ja doch noch wieder. :-D

Worüber ich mir tatsächlich Sorgen gemacht habe, ist dass ich dich hingesetzt habe. Erst saßt du immer auf meine Schoß, aber irgendwann hast du dich Bauchmuskeln so angespannt, dass du dich selbst hinsetzen konntest. Nun lag mir jemand in den Ohren, wie schädlich das doch ist und auch wenn ich mit der Kinderärztin drüber sprach, so war ich doch verunsichert. Ich laß also, dass wenn man Babys zu früh setzt, sie erst später anfangen zu krabbeln usw. Da ich dich aber nie abstützte mit Kissen. Ich dich auch nie in dieser Situation alleine ließ, hoffte ich auf das beste. Mittlerweile kannst du krabbeln, du kamst erst in den Zwischenfersensitz, dann in den Hürdensitz und mittlerweile versuchst du dich über die Seite zu setzen. Es läuft also. Du kommst auch schon in den Kniestand. Ich bin gespannt, wann du dich hinstellst. Ich gestehe, dass du dir damit echt noch Zeit lassen kannst. Mir war es nur wichtig, dass du zum Kitastart mobil bist. Aber schon wir mal. Wenn du das liest, wirst du dich wahrscheinlich wundern, über was ich mir Gedanken mache, aber so ist das als Mama. Ich möchte nur das beste für dich, bin aber auch nur ein Mensch. Ein Mensch, der so viel aus dem Bauch heraus entscheidet. Und auch wenn ich mir in so vielen sicher bin, das richtige zu machen, so gibt es auch Sachen, da bin ich unsicher.

Dein Essen ist auch so ein Thema. Ich bin überzeugt, dass wir zu früh anfingen. Du warst 6 Monate, da hast du den ersten Brei bekommen. Ich habe dir zwar auch Kartoffel und Karotte angeboten (im Stück), aber das war so gar nicht deins. Ich habe auch schön alles selbst gekocht und war dann frustriert. Du isst sehr wenig. Jetzt mit 8 Monaten frühstücken wir zusammen. Es gibt meist Obst mit etwas Getreide, dann zu Mittag ein Gläschen und Abends Getreidebrei. Getreidebrei mochtest du bis vor kurzem noch total gerne. Zwar jetzt nicht die 200g aber so 100g hast du schon verputzt. Mittags dann vielleicht nochmal 100g und zwischendurch mal Obst oder Hirsekringel. Wer die Dinger erfunden hat, gehört erschlagen. Aber du liebst sie, was soll ich machen. Momentan isst du aber gar nix. Egal Obst Stückchen oder Brei. Du willst Milch. Du hast die Menge dort auf 200ml gesteigert und das 4x am Tag. Manchmal auch 5. Es ist wie es ist, mein kleines Milchmädchen. Aber diese erstaunten Gesichert, in die ich Blicke, wenn ich sage, was du isst, die nerven.

Noch schlimmer ist nur "schläft sie denn schon durch"? Ich werde in 100 Jahren nicht verstehen, warum das anderen so wichtig ist. Echt nicht. Und was soll ich sagen, ja du schläfst durch. Machst du schon irre lange. Und wenn man bedenkt, dass du nach einer Flasche immer sofort einschläfst und dass auch schon als Durchschlafen zählt, machst du das seit deiner Geburt. Verrückt oder? Wir, dein Papa und ich, hatten mit dir ganze 10 schlimme Nächte. Nächte in den du geweint hast oder einfach wach warst und spielen wolltest. Das ist nun wirklich nicht viel.
Bis vor einer Woche bist du auch noch zuverlässig um 18:30 ins Bett gegangen und hast sehr schnell gewartet. Die Einschlafbegleitung wechselte von "Jemand muss neben dir schlafen" zu "jemand muss bis zum Einschlafen da bleiben" zu "Ich schlafe bei der Flasche ein" zu "Ich will alleine einschlafen" zu "Ich schlafe nur auf deinem Arm ein" zu aktuell "Ich will gar nicht schlafen". Daran rätseln wir gerade ein wenig, aber im Überblick schläfst du einfach super. Du bist von 3 Flaschen nachts, auf 2 gegangen und bis vor kurzem brauchtest du nur noch eine. Jetzt möchtest du gerne wieder 2. Das die erste immer dann fällig ist, wenn ich einschlafen, kannst du ja nun nicht wissen. Das mich das schlaucht ist doof, aber nicht zu ändern. Dass ich gerne hätte, dass du Abends einschläfst und morgens erst wieder aufwachst, hey, natürlich wäre das toll. Aber du schläfst gleich wieder. Eigentlich alles halb so schlimm. Was dein kleines Köpfchen allerdings seit einer Woche bewegt, das wüßte ich gerne. Du weinst ganz viel und findest abends nicht zur Ruhe. Egal wir ruhig wir dein Abendritual gestallten, irgendwas bewegt dich.
Da du morgens meist zwischen 5 und 6 (eher 5) wachst wirst, schläfst du gerne noch mal ab 8:30. Und zwar nicht mehr nur eine halbe Stunde. Nein, im Moment sind das ganze 2 Stunden. Dann ab 13:00 noch mal für 2-3h. DAS könnte etwas viel sein. Ich gestehe, ich genieße die Pausen am Tag gerade sehr und noch mehr genieße ich es, dass du danach so super Laune hast. Wir haben dann richtig viel Spaß und spielen zusammen, aber wir müssen mal schauen, ob das nicht zu viel ist.

Was gerade doof ist, dass du nicht im Kinderwagen sitzen magst. Wir kommen so kaum noch raus. Trage ist jetzt auch doof, aber da bekomme ich dich wenigstens etwas an die frische Luft und ich bewege mich etwas. Aber für dich ist das doof. Du willst krabbeln, dich bewegen und spielen. Am liebsten mit anderen Kindern. Das macht dir so viel Freude. Ich glaube, meine Bedenken bezüglich Kita kann ich ablegen. Ich denke, der Kitastart wird nur für mich eeeeecht schlimm. Ein bißchen habe ich ja noch.

Zum Abschluss möchte ich kurz noch sagen, dass du riesig geworden bist. Ich habe erst kam 18.5 die 74 Sachen einsortiert und die 62 verbannt. Die 68 passten noch, aber nun, wird alles so schnell zu klein. Ich muss heute noch dringend die 68 Sachen aussortieren. Der Papa hatte dich gestern in ein T-Shirt geschossen, bei dem ich schon dachte, ich müßte dich rausschneiden. Auch Pampers in 4+ sitzen eng. Aldi in 4 allerdings super ;-). Mein Baby, du wirst groß.

Ach meine Mausi, das ist jetzt ganz schön lang geworden, aber in diesem Monat ist auch so viel passiert. Es war ein sehr schöner Monat. Für mich einer der schönsten. Du schläfst wieder in meinen Armen ein und wenn du dann so daliegst, kann ich dich in Ruhe betrachten. Wie dein Atmen ruhiger wird. Ich kann dir über den Kopf streicheln und sagen, wie lieb ich dich doch habe und wie froh ich bin, dass du bei uns bist.

Ich liebe dich
Deine Mama

Mittwoch, 7. Juni 2017

Social Media Pause

Es tut mir wahnsinnig leid, dass ich einfach so ... ähm... abgehauen bin. Es war auch gar nicht meine Absicht, einfach nichts mehr zu sagen. Es entstand einfach aus der Situation.
Da sich aber einige von euch wirklich Sorgen machen, möchte ich kurz erklären, was da passiert ist.

Instagram
Ich war schon etwas länger genervt. Genervt vom Algorithmus, genervt von der vielen Werbung, genervt von der nicht gekennzeichneten Werbung, aber am meisten genervt von mir selbst, weil ich einfach nicht mehr die Zeit hatte meiner Timeline zu folgen.
Zu der Werbung kann ich nur sagen, dass es ja meine Entscheidung ist, wem ich folge und wem nicht. Aber es fällt dennoch unglaublich schwer jemanden zu entflogen, NUR weil er Werbung für Produkte macht. Den meisten folge ich nun auch schon ziemlich lange. Einige haben Blogs, einige nicht. Fragt mich bitte nicht warum, aber auf Blogs lese ich gerne Werbung/Produkttests. Bei Instagram ist es mir einfach zu viel. Ich erklärte es mir so, dass ich da ja nun auch mehr Personen folge. Also versuchte ich meine TL auszumisten. Wieder sehr schwer. Ich war kurz davor mich einfach ganz zu löschen. Hatte auch schon eine Texte gesichert. Dann las ich die vielen Kommentare unter den Bildern und konnte es nicht. Das war doch ich. Toffifeeee gehört irgendwie zu mir und es gibt wirklich ein paar Leute, denen gefallen meine Bilder und die interessieren sich für meine Bilder.
Dennoch fällt es mir schwer einfach wieder so was zu posten. Ich weiß noch nicht genau, was ich nun machen werde.

Blogs
Ich habe immer so gerne Blogs gelesen. Aber ich habe es komplett einstellen müssen. Mir fehlt einfach die Zeit.

Twitter
Es fehlt mir, aber hier brauchte ich dringend eine Pause. Noch dringender als von allem anderen. Ich versuche zu erklären, warum das so ist:
MiniToffi kam an 36+0 zur Welt. Mir fehlen 4 Wochen Schwangerschaft. Die Fruchtblase platzte um 5:00. "Richtige" Wehen bekam ich erst als ich eine Einlage bekam und ca 23:00 (Ich müßte mal nach den genauen Zeiten im Bericht gucken). Zwei Wehen haben mich dann aus den Latschen gehauen und ich bekam Schmerzmittel. Keine PDA. Ich habe nichts gegen PDAs. Ich frage mich bis heute, warum ich keine hatte, bin da aber irgendwie stolz drauf. Fragt mich nicht warum, ist einfach so. Morgens um 9:55 kam die kleine dann mit Hilfe der Zange auf der Welt. Diese ganze Geburt macht mich eigentlich stolz, weil ich das wirklich geschafft habe. Aber dadurch, dass eine Zange im Einsatz war, wurde ich geschnitten. Weil das nun nicht ausreichte, riss ich auch noch (3. Grades). Tja nun denn. Ich hatte 12 Wochen richtige Probleme. Also so richtig, richtig. Gut gefühlt habe ich mich nachdem ich bei einer Hebamme mit dem Laser behandelt wurde. Das war 6 Monate nach der Geburt. nun kam es aber dazu, dass ich doch noch mal operiert wurde. Und das hat irgendwas ausgelöst. Die OP verlief gut, aber danach fiel ich in ein Loch. Es kam alles hoch. Ich konnte nicht mehr lesen, dass jemand "einfach so" ein Baby bekommen hat. Einfach so aufstehen konnte. Einfach so spazieren konnte. Einfach so diesen neuen Körper annehmen konnte. Aber das allerschlimmste war, und es fällt mir sehr schwer, das zu schreiben, ich konnte nicht lesen, dass jemand einfach so schwanger war.
Ich habe tatsächlich mit meiner Schwangerschaft noch nicht abgeschlossen. Mit einfach so meine ich nicht "einfach so" schwanger geworden. Das bin ich ja auch. Ich meine, dass glücklich schwanger sein. Ich meine, bis zum Ende schwanger zu sein. Ich meine, dass es echt schwer ist, das überhaupt zu erklären. Ich habe sehr viel mit meiner Hebamme darüber gesprochen und dachte, ich sei darüber hinweg. Aber es ist nicht so. Ich wäre noch einen Monat länger schwanger gewesen und wäre somit jetzt auch noch einen Monat länger zu Hause. Es ist als ob dieser Gedanke alles andere überschattet.
Auf jeden Fall hat mich dieser Gedanke kalt erwischt. Die erste Reaktion war Rückzug, aber das klappt nicht wirklich. Erstes ist das nicht die Lösung. Zweitens fehlt mir Twitter sehr.
Das ganze kommt nun auch mit meiner ganzen Angst, dass meine Tochter keine Bindung zu mir hat, zusammen.

Zeit
Ich habe überlegt, ob ich einfach zu viel am Handy war. Auch wenn sie meist schlief. Naja, momentan habe ich auch gar nicht die Zeit dazu. Ich schreibe hier, während sie schläft. Meist Wirbel ich in dieser Zeit herum. Essen machen, aufräumen, putzen, Kinderwagentasche packen.
Es fehlt mir einfach die Zeit, alles zu lesen. Ich hatte also versucht nur das zu lesen, was mir beim aktualisieren angezeigt wird, aber mein innerer Monk findet das ganz furchtbar. Außerdem habe ich Angst was zu verpassen (hier fehlt mir jetzt der Affen Emoji, der sich die Augen zuhält).

Fazit
Ohne Twitter/Instagram geht es nicht. Bei Twitter fehlt mir der Austausch und ich bin doch ein Mitteilungsbedürftiger Mensch, der Ausschnitte seines Lebens in Form von Fotos gerne mit anderen teilt. Ich werde also mal schauen, was ich mache.

Danke fürs Lesen. Ich musste mir bei dem Text häufiger die Nase putzen als mir lieb war. Ich kann ihn mir auch nicht nochmal durchlesen, weil dann heule ich richtig und werde ihn wohl auch nicht veröffentlichen. Allerdings seit ihr ja auch keine perfekten Texte ohne Fehlern von mir gewohnt :-D. Vielleicht hilft es, dass ich es alles mal aufgeschrieben habe.